Heiß is.

updated Aug 9, 2018.

Und wird es auch bleiben. Zumindest langfristig on average. Wir durchlaufen in Europa gerade eine außergewöhnliche Hitzeperiode. Weltweit gibt es Rekordtemperaturen. Armageddon rückt näher.

Die schlechte Nachricht ist: Die Regelmäßigkeit solcher Hitzewellen wird zunehmen, und ihre Dauer wird sich verlängern. Also ist das Wort außergewöhnlich oder historisch wahrscheinlich in ein paar Jahren wieder hinfällig.

Was passiert, wenn sich die Erde weiter erwärmt (und das wird sie) schreibt auch der Economist in der letztwöchigen Ausgabe:

The picture that emerges is bleak. One study, published in June by Andrew King of the University of Melbourne and his colleagues, found that the number of Europeans who can expect to witness a temperature above the current record, wherever they happen to live, would double from 45m today to 90m if the planet warmed by another 0.5°C or so on top of the 1°C since the 1880s. If, instead of 0.5°C, it warmed by 1°C, the figure would rise to 163m.

This looks even more alarming if you factor in humidity. Human beings can tolerate heat with sweat, which evaporates and cools the skin. That is why a dry 50°C can feel less stifling than a muggy 30°C. If the wet-bulb temperature (equivalent to that recorded by a thermometer wrapped in a moist towel) exceeds 35°C, even a fit, healthy youngster lounging naked in the shade next to a fan could die in six hours.

Es ist wahrscheinlich der richtige Zeitpunkt in den Markt für Klimaanlagen und Ventilatoren einzusteigen – der Megatrend ist auf jeden Fall positiv. Wir haben diese Woche versucht Standventilatoren für die Firma online zu kaufen. Da gibt es quasi nichts mehr. Selbst der China-Mist mit 1,5 Sternen auf Amazon war ausverkauft.

Ich selbst bleibe natürlich nicht untätig und trage meinen Teil zu schnellerer Erwärmung bei. 20 berufliche Lufthansa Flüge seit Anfang April. 1000l Schiffsbenzin in einer Woche vor Kroatien (privat). Flugreisen nach Sri Lanka und zurück (privat). You are welcome! Mein zur Arbeit Fahrradfahren kompensiert das wahrscheinlich dann doch nicht ganz.

Eigentlich müsste man ja alles stehen und liegen lassen und nicht auch noch Teil des Problems sein. Den Beraterjob kündigen – diese perverse Branche, in der Menschen aus Hamburg nach München und aus München nach Hamburg fliegen, um dann an einem anderen Ort Probleme zu lösen. Weil man halt nicht richtig Problemlöser allokieren kann anscheinend. Man müsste aufhören soviel Mist zu konsumieren – schaut mal in meinen Kleiderschrank. Da kannst du ein Dorf anziehen mit. Avocados wären dann wohl auch passé.

Aber wie machen? Macht ja auch kein anderer mit, man wäre der einzige Tree-Hugger, der sich dem Trend entgegenstellt. Soviel Non-Konformismus fände ich schwierig. Aber es geht halt einfach nicht so weiter – man sehe den Artikel von Nathaniel Rich unten.

Auch Deutschland hat so langsam die eigenen Klimaziele hinten angestellt, weil – bevor wir böse Atomenergie verwenden – wir doch lieber noch ein wenig Kohle verfeuern. Die USA sind eh raus, 1.4 Milliarden Inder beziehen fast 50% ihrer Energie aus Kohle. Die Weltbevölkerung wächst weiter und wir werden wohl von 7.6 Milliarden jetzt auf 10 Milliarden bis 2050-2060 springen. Und das obwohl wir jetzt schon unserer Earth Overshoot Day – also den Tag an dem wir den Punkt überschritten haben zu dem wir noch nachhaltig wirtschaften – am 1. August hatten.

We are using 1.7 Earths.
We use more ecological resources and services than nature can regenerate through overfishing, overharvesting forests, and emitting more carbon dioxide into the atmosphere than ecosystems can absorb.

Und wenn dann aufgrund von schwindendem oder unbewohnbaren Lebensraum ganze Völkerwanderungen losgehen, sollten wir nicht vergessen, dass am Ende wir, die wir über unsere Verhältnisse gelebt haben, dafür verantwortlich sind.

Heißt also, die Situation wird nicht besser werden, sondern eher schlechter. Und auch wenn ich Freunde habe, die einen gesegnetes Vertrauen in das Erfindertum der Menschheit haben (so nach dem Motto: We are going to invent our way out of this!) so fällt es mir persönlich extrem schwer so optimistisch zu bleiben.

Okay, ich verspreche das nächste Mal über etwas Positiveres zu schreiben. 🙂


Über die letzten Tage gab es einige weitere, viel bessere Kommentare zur Situation:

Auf Deutsch und zusammenfassend:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/klimawandel-die-katastrophe-haette-verhindert-werden-koennen-a-1221528.html

Auf Englisch und ausführlich:

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